Tipps für die Positionierung von Menschen und Themen in den Medien – Teil 2

Autor(en)

Klaus Herkenrath, André Rehse, Patrick Honecker, Katja Flieger, Sabine Fromm, Eva M. Kalbheim, Britta Schmitz, Monika Wimmer, Wolfgang Richter, Thoralf Dietz

Preis

19,99 € (118 Seiten, PDF)

Inhalt

  • Wissenschaft im Fernsehen – Ein Überblick

    Klaus Herkenrath

    Wenn Wissenschaftler von Fernsehjournalisten gefragt werden, ob sie vor der Kamera Auskunft für das Fernsehpublikum geben möchten, dann beginnt ein komplexer Entscheidungsprozess: Chancen und Risiken des TV-Auftritts sind individuell abzuwägen, und dabei interessiert nicht zuletzt, was vom Ergebnis dieses Auftritts, also von der Ausstrahlung im Fernsehen zu erwarten ist. Weder wird hier diskutiert, ob sinnvoll ist, als Wissenschaftler in Fernsehsendungen aufzutreten, noch wird hier gefragt, ob Gesetzmäßigkeiten, denen dieses Medium und seine Akteure unterliegen, zugunsten der Wünsche von Wissenschaftlern änderbar seien. Die erste Frage ist mit Ja, die zweite mit Nein zu beantworten. Dem folgenden Beitrag liegt die Beobachtung verschiedener Wissenschaftssendungen von Februar bis Juni 2009 zugrunde. Dieser Beitrag soll Wissenschaftler dabei unterstützen, sich realistischen Erwartungen über ihre Wirkung und ihre Wirkungsmöglichkeiten im Fernsehen anzunähern – und diese zu nutzen.

  • Wie kommt die Wissenschaft ins Fernsehen?

    So arbeiten TV-Redaktionen

    André Rehse

    Ob „Die Sendung mit der Maus“ oder „Galileo“, Wissen im Fernsehen ist gefragt. Da müsste es doch ein Leichtes sein, auch Ihre Forschung und Ihr Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Doch bevor das passieren kann, sollten Sie das Fernsehen näher kennen lernen, müssen Sie Ihr Thema breitenwirksam öffnen, anschaulich gestalten und eine geeignete Sendung finden. Dabei wird Ihnen der folgende Artikel helfen.

  • Fähige Forscher im Fernsehen

    Wissenschaft souverän vor der Kamera präsentieren

    Patrick Honecker

    Extrem gefürchtet und unterschätzt, der Umgang mit Fernsehjournalisten bewegt sich oft zwischen diesen beiden Extremen. Einschüchternd wirkt auf jeden Menschen – und natürlich auch auf den Wissenschaftler – die Vorstellung, vor der Kamera agieren zu müssen. Schließlich ist die Kamera nicht nur ein gnadenloses Aufzeichnungsgerät, sie stellt zusätzlich die potentielle Verbindung zu einem Millionenpublikum her. Und zu diesem Publikum gehören natürlich Kollegen, vor denen man sich besonders ungern blamiert. Auf der anderen Seite wird die Tatsache, dass man mit Bildern arbeiten muss, von vielen Wissenschaftlern unterschätzt. Sowohl was den Zeitaufwand angeht, als auch die Anforderungen an den eigenen (Körper-)Einsatz werden nicht realistisch kalkuliert. In diesem Kapitel wird erklärt, was das Fernsehen von Ihnen braucht und welche Fallstricke Sie durch geschickte Planung umgehen können.

  • Experte in der Gesprächsrunde

    Sicheres Auftreten in der Talkshow

    Patrick Honecker

    Wissenschaftler sind darin ausgebildet vorzutragen, die Rede ist ihr eigentliches Metier. Die Talkshow stellt Sie vor andere Herausforderungen. In ihr geht es darum, dass Sie im Gespräch glänzen müssen. Dabei werden Sie als Wissenschaftler mit Gesprächspartnern konfrontiert, die professionell auf den öffentlichen Auftritt vorbereitet sind. Nicht nur der Moderator ist ein Profi, häufig treffen Sie mit Wirtschafts- oder Politikvertretern zusammen, die ähnlich gut vorbereitet in die Sendungen gehen. Das Hauptanliegen dieser Profis ist es, rhetorisch zu glänzen, das Sachthema gerät leicht in den Hintergrund. Das wiederum entspricht ganz und gar nicht dem wissenschaftlichen Denken. Damit Sie auf Augenhöhe mit Ihren Gesprächspartnern agieren, gibt es ein paar grundlegende Dinge zu beachten. Wichtig ist es, sich vorher darüber klar zu werden, welche Rolle man in der Talkshow spielen möchte. Wichtig ist es auch, die natürliche Nervosität oder Anspannung, die jeder auf der Bühne spürt, in den Griff zu bekommen. Neben gutem Zeitmanagement helfen dabei Entspannungsübungen, von denen ich hier einige vorstelle. Geübt sind alle Wissenschaftler in Bewertung von Leistung. Der eigene Auftritt sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. Wer Ihnen dabei helfen kann und worauf Sie besonders achten sollten, steht am Ende dieses Kapitel. Egal, was passiert, ein Leitspruch gilt immer: „The show must go on…“.

  • Wie komme ich mit Geisteswissenschaften in die Medien?

    Thoralf Dietz

    „Die Geisteswissenschaften sind die Gewinner der zweiten Runde der Exzellenzinitiative!: Dies verheißt die Pressemitteilung des Redaktionsbüros zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007. Was können wir tun, damit die Geisteswissenschaften nicht nur exzellent forschen, sondern auch exzellent kommunizieren?

  • Wie erkläre ich’s meinem Nachbarn?

    Zur Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse vor Ort

    Britta Schmitz

    „Wissenschaft schickt sich zunehmend an, in die Öffentlichkeit zu gehen. Wenn sie diesen Weg einschlägt, [...] verlässt [sie] ihr sicheres Terrain eingeschliffener Kommunikationsmuster, tradierter Verständigungsroutinen, hochspezialisierter Sprachcodes und habitualisierter Verkehrsformen in der Wissenschaftsgemeinde. Sich in fremdem Terrain auf Verständigungsprozesse mit ungewohnten und für die Wissenschaftssprache unüblichen Medien einzulassen, zwingt zu Tabubrüchen und fordert Lernprozesse heraus.“ (Olaf Gaus und Johannes Wildt in ihrem Essay „In populären Medien kommunizieren. Über ein erweitertes Berufsbild von Wissenschaftlern.“) Warum ist es so schwer, eine gemeinsame Sprache zu finden, in der Wissenschaftler und Nicht- Wissenschaftler sich verständigen können? Wie können Lösungswege aussehen? Was können Wissenschaftler und die Institutionen, in denen sie arbeiten, vor Ort tun, um ihre Arbeit bekannt zu machen? Dieser Artikel will in diesem Spannungsfeld einige Antworten und Hilfestellungen geben.

  • Tabuthemen aufbrechen: Geschichten erzählen und Gesichter zeigen

    Journalisten und Leser an schwierige Themen heranführen

    Eva M. Kalbheim

    Wissenschaftskommunikation stößt immer wieder an gesellschaftliche Tabugrenzen: Ein Frankensteinmythos umweht die Gentherapie und die Präimplantationsdiagnostik, Aids und Krebs sind Krankheiten, über die auch heute noch ungern gesprochen wird, Kernforschung löst Ängste aus und Demenz hat in einer fitnessorientierten Gesellschaft keinen Platz. Das Interesse der Öffentlichkeit ist allenfalls voyeuristisch und bleibt an der Oberfläche: Man erfährt mit einem leichten Gruseln, dass ein Prominenter schwer erkrankt oder ein Experiment schiefgegangen ist und wendet sich dann wieder den angenehmeren, angstfreien Themen des Lebens zu. Um solche Tabuthemen aufzubrechen und sowohl Multiplikatoren als auch Leser nachhaltig dafür zu interessieren, ist es sinnvoll, Geschichten zu erzählen und schwierigen Themen ein Gesicht zu geben. Anhand von Patientengeschichten, Geschichten aus dem Forscheralltag oder sogenannten Homestorys lassen sich kommunikative Hürden senken und komplizierte Sachverhalte greifbar machen. Dabei ist es unerlässlich, dass die Geschichten authentisch und die Gesichter glaubwürdig sind. Nur so kann das Interesse verstetigt werden.

  • Fit bleiben nach dem Medientraining

    Auffrischungsübungen zum Selbermachen

    Monika Wimmer, Wolfgang Richter, Sabine Fromm, Katja Flieger

    Mit Medientrainings ist es wie mit Erste-Hilfe-Kursen. Die vielen praktischen Übungen führen meist schnell zu Aha-Erlebnissen und sehr guten Lerneffekten. Doch ohne regelmäßige Erste-Hilfe-Einsätze beziehungsweise ständige Pressekontakte fehlt es schnell an der notwendigen Routine. Um auch nach dem Workshop fit für die Medien zu bleiben, muss man das Gelernte also selber auffrischen. In unseren Medientrainings arbeiten wir mit Persönlichkeiten aus sehr unterschiedlichen Disziplinen – von Gesundheitsexperten über Hochschuljuristen bis hin zu Polarforschern. Die Wissenschaftler schlüpfen dabei in die Rolle von Journalisten, texten für ein Laienpublikum und treten vor Mikrofon und Kamera auf. Aus diesen Erfahrungen heraus haben wir Übungen zum Selbermachen zusammengestellt. Sie können sich die Trainingseinheiten einzeln vornehmen oder beliebig kombinieren. Die ersten vier Übungen lassen sich vollständig alleine bearbeiten – der Zeitaufwand beträgt insgesamt nur 1,5 Stunden. Im letzten Kapitel möchten wir Sie dazu ermuntern, mit anderen zusammen eine Medientrainingsgruppe aufzubauen. Konkrete Ablaufpläne mit vielen Gruppenübungen sollen Sie dabei unterstützen.

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